Zur Geschichte von Hietzing
Besiedlung in Hietzing ? Nun die ältesten Funde stammen aus der Altsteinzeit und sind damit die ältesten Zeugnisse menschlichen Tuns aus dem gesamten Wiener Raum überhaupt. 1969 fand man in der Titlgasse neben einem Mammutstoßzahn, Steinwerkzeuge. Aus der Mittelsteinzeit fand man Klingen, Schaber, Steinwerkzeuge. Von da ab kann man die Besiedlung des Hietzinger Raumes gut dokumentieren. Steinwerkzeuge und Waffen, aber auch verzierte Keramik sind Zeugen der Jungsteinzeit auf Hietzinger Boden. Hauptzentren der Besiedlung waren die Bergkuppen. Bei der Freilegung von Pfahlbauten am Gemeindeberg fand man neben Alltagsgeschirr verzierte dünnwandige Gefäße, Spinnwirtel und Spulen. Im Bereich Lainzerstraße lässt die Zahl der gefundenen Abschläge auf eine Werkstätte schließen.Neben der Jagd war der Ackerbau die Hauptlebensgrundlage.
Aufgrund mangelnder Kupfer- un Bronzevorkommen wurde die Besiedlung während der Metallzeit etwas spärlicher.
Aus der la-Tène-Zeit zeugt ein Grabfund – ein Eisenschwert, Messer und eine eiserne Lanzenspitze. Aus den Keramikverzierungen kann man ersehen, dass nunmehr die Kelten die Illyrer verdrängten.
Weiter geht´s mit den Römern. Die Straße von Vindobona nach Süden führte zuerst entlang des Wientals, über Lainz, Mauer, Perchtholdsdorf Richtung Baden. Und damit kam für die bisher bäuerliche Gesellschaft der Einfluß der technischen Errungenschaften (Aquadukt), des Handels und Militärs. Gräber mit Sarkophagen, römische Münzen an diversen Orten, Glasflakons, Fundamente mit Mosaikböden lassen vermuten, dass die Römer hier nicht nur durchgezogen sind. Im Lainzertiergarten entdeckte man eine „villa rustica“.
Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches folgte eine Zeit der Kriegswirren und der Völkerwanderung. Aus dieser Zeit datieren Funde von Awarengräbern, eines davon besonders prächtig mit kostbaren Grabbeigaben, Schmuck, verzierten Waffen und goldenen und schwervergoldeten Gebrauchsgegenständen.
Erstes schriftliches Zeugnis einer Ansiedlung mit dem Namen Godtinesfeld stammt aus dem Jahr 1015. Die typisch bayrischen Ortsendungen „-ing" (HietzING, HackING, SpeisING) deuten unverkennbar auf die schon vor der Jahrtausendwende ins Land gekommene Karolinger.
Auf einer Karte Wiens aus dem Jahre 1670 sieht man sehr schön den Weinbau im gesamten Gebiet zwischen den Dörfern „Laintz" und „Hakhing". Aber auch Holz und Milchwirtschaft boten die Lebensgrundlage der schon damals die Hauptstadt versorgenden Dörfer.
Als im 18. Jahrhundert die wundertätige Marienstatue vermehrt Pilger anzog erlebte Hietzing mit dem Kern Altgasse einen ersten Aufschwung. Bald folgte Schönbrunn (Baubeginn 1696), das Maria-Theresia zu ihrem Hauptwohnsitz kürte und die Gesellschaft die dem Hof nahe leben wollte zog mit. Damit war der Grundstein zum Villenvorort gelegt und die Entwicklung die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedürfnisse nahm ihren Lauf.
1892 wurden die Ortsgemeinden Hacking, Hietzing, Lainz, Speising, Ober und Unter St.Veit, Schönbrunn, aber auch Baumgarten, Breitensee, Hütteldorf und Teile von Hadersdorf und Mauer zum Bezirk HIETZING zusammengeschlossen und eingemeindet.
Durch die Gebietsreform 1938 entstand dann Penzing, Grenzänderungen wurden ebenfalls im Bereich des Lainzer Tiergartens und des Schlossparks Schönbrunn vorgenommen.
Ab Kriegsende 1945 war Hietzing bis zur Befreiung englische Besatzungszone.
Quelle : Website Geschichte von Hietzing
